Deutscher Breitbandkongress Berlin

Dr. Iris Henseler-Unger

Dr. Iris Henseler-Unger

Dr. Iris Henseler-Unger ist seit dem 01. März 2004 Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen. Sie ist insbesondere mit den Bereichen Telekommunikation, technische Regulierung und seit Beginn des Jahres 2006 mit der Eisenbahnregulierung befasst.

Zuvor war Dr. Iris Henseler-Unger seit 1986 im Bundesministerium für Wirtschaft in verschiedenen Fachbereichen tätig. Von 1993 bis 1999 war sie bei der FDP-Bundestagsfraktion für den Bereich Wirtschaftspolitik, Post und Telekommunikation zuständig. Geboren 1956 in Bonn studierte sie in Bonn und Zürich Volkswirtschaftslehre und schloss 1985 ihre Promotion im Bereich der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Mannheim ab.

Breitbandmarkt in Deutschland - Wettbewerb und Regulierung
22. September 2006, 9:30 Uhr

Podiumsdiskussion
22. September 2006, 15:15 Uhr

Wettbewerbsfreie Zonen darf und kann es nicht geben

- Interview mit Dr. Iris Henseler-Unger, Vizepräsidentin der Bundesnetzagentur, im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)

Frage: Frau Dr. Henseler-Unger, warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?

Dr. Iris Henseler-Unger: Ziel der Bundesnetzagentur ist, dass nachhaltig wettbewerbsorientierte Breitbandmärkte entstehen. Ein konstruktiver Dialog kann den Wettbewerb effektiv fördern. Was ist machbar, was wird schon angeboten, was wird gerade entwickelt, was wollen die Kunden, wo sind attraktive Marktnischen - all dies sind für die Marktteilnehmer interessante Fragen, über die es sich auszutauschen lohnt. Das Eingreifen des Regulierers sollte immer nur die zweitbeste Lösung sein.

Frage:Triple Play gilt derzeit als wichtiges Thema in den Märkten Telekommunikation und Medien. Wie denken Sie wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden zehn Jahren verändern?

Dr. Iris Henseler-Unger: Die Telekommunikationsmärkte befinden sich weltweit in einem Veränderungsprozess. Dies betrifft die Technologie ebenso wie das Diensteangebot. Stichworte sind u.a. NGN, FMC, VoIP, WiMAX und eben Triple Play. Zu welchem Ergebnis diese Entwicklungen führen werden, lässt sich heute noch nicht absehen. Meine Hoffnung ist jedoch, dass der Telekommunikationssektor in zehn Jahren noch innovativer, noch investitionsfreudiger, noch verbraucherfreundlicher und vor allem noch stärker dem Wettbewerb geöffnet ist als heutzutage.

Frage: Wie ist Ihre aktuelle Prognose zum Thema Breitband und Triple Play?

Dr. Iris Henseler-Unger: Die weitere Entwicklung des Marktes wird im Wesentlichen von drei Parametern abhängen: Wettbewerb, Wettbewerb und Wettbewerb. Wettbewerbsfreie Zonen darf und kann es nicht geben. Sie führen zu Ineffizienzen und verkrusteten Strukturen, sie verlangsamen den Fortschritt, sie schaden der Volkswirtschaft insgesamt. Die Bundesnetzagentur wird daher die ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten nutzen, chancengleichen Wettbewerb in den Breitbandmärkten zu fördern.

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