Deutscher Breitbandkongress Berlin

Alexander Mogg

Alexander Mogg

ist Partner einer der führenden Unternehmensberatungen im Telekommunikations- und Medienbereich. Mit mehr als zehn Jahren Beratungserfahrung liegen seine Schwerpunkte in den Bereichen Strategieentwicklung, Produkt-, Marketing- und Vertriebsstrategien für Breitbandnetzbetreiber und Medienunternehmen. Als Spezialist im Bereich Breitband/ Medien und Autor der Medienstudie 2006 sowie zahlreichen weiteren Veröffentlichungen hat er sich als Ansprechpartner der Breitband- und Medienindustrie etabliert. Herr Mogg ist Diplom-Ingenieur für Luft- und Raumfahrttechnik der Technischen Universität München und Master of Business Administration der Yale School of Management.

Breitbandmarkt Deutschland: Zukunftsmarkt oder Sackgasse?
22. September 2006, 9:00 Uhr

Starke Marken werden sich in der digitalen Welt nachhaltig durchsetzen

- Interview mit Alexander Mogg, Partner der Mercer Management Consulting, im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)

Frage: Herr Mogg, warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?

A.Mogg: Deutschland liegt im internationalen Vergleich in der Breitbandnutzung deutlich hinter dem Durchschnitt. Die notwendigen Investitionen in Infrastruktur und Dienste sind gewaltig, der Konsument jedoch ohne jegliche Bedürfnisse nach mehr Bandbreite. Die Industrie muss daher gemeinsame Strategien entwickeln, nach denen die Infrastrukturinvestitionen gemeinsam geschultert werden können und der Wettbewerb über attraktive Dienste und Produkte betrieben wird. Nur so wird aus dem heutigen Angebotsmarkt ein kundengetriebener Nachfragemarkt werden.

Frage: Triple Play gilt derzeit als wichtiges Thema in den Märkten Telekommunikation und Medien. Wie denken Sie wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden zehn Jahren verändern?

A.Mogg: Es wird eine Polarisierung zwischen voll-integrierten, konvergenten Telco-Medienhäusern und schlanken, spartanischen Netzbetreibern geben. Portale werden eine Renaissance erleben, um die persönliche digitale Welt navigierbar und erlebbar zu machen. Starke Marken werden sich in dieser neuen digitalen Welt nachhaltig durchsetzen.

Frage: Wie ist Ihre aktuelle Prognose zum Thema Breitband und Triple Play?

A.Mogg: Das Wachstum im Bereich der Breitband-Anschlüsse wird nur noch bis etwa 2009 andauern. Kurzfristig, also in den nächsten drei Jahren, wird IPTV (und damit Triple Play) zwar eines der Marketing-Zugpferde sein. Das Thema wird dabei allerdings sehr schnell auch zum Hygienefaktor für Breitbandanschlussanbieter werden. Langfristig wird der Wettbewerb um die Kundenbeziehung nur noch über die Dienste und Anwendungen erfolgen. Hier sind die "All-IP-Netze" klar im Vorteil.

Wir bedanken uns bei T-Com Steinbeis-Transferzentrum ScMI vdi Nachrichten Alcatel CSMG ITG