Jürgen Pfitzner
Pfitzner hat über 30 Jahre Erfahrung in der TK-Branche. Er begann seine Karriere in der Kommunikation als Marinefernmeldeoffizier. Im Anschluss arbeitete er für den BND u.a. im Kanzleramt. Dort verantwortete er die Telekommunikation unter CDU-Kanzler Kohl. Mit der Liberalisierung des deutschen TK-Marktes übernahm er 1989 Vertriebsaufgaben für Mobilcom. 1995 gründete er die erste Televersa. Das Unternehmen brachte er erfolgreich bei Net Net ein und übernahm dort die dt. Geschäftsführung. Es folgten vertriebliche Führungspositionen, z.B. Vicepresident Europe amerikanischer Anbieter. Im Jahre 2004 gründete er die zweite Televersa und ein Jahr später die Televersa Online, als regionaler Anbieter von TK-Produkten in Süd/Ostbayern.
Last Mile Access auch abseits der Städte und Ballungsgebiete
21. September 2006, 17:45 Uhr
Breitband macht ländlichen Raum zum Standortvorteil für Firmen und Kommunen
- Interview mit Jürgen Pfitzner, Geschäftsführer der Televersa GmbH, der ersten regionalen Telefongesellschaft für Süd/Ost Bayern, im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)
Frage: Herr Pfitzner, warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?
J.Pfitzner: Wir brauchen dringend einen intensiven Dialog, damit alle Parteien unnötige Mehrkosten vermeiden können, beispielsweise über eine effiziente Frequenznutzung oder Standort-Sharing im Mobilfunk.
Frage: Triple Play gilt derzeit als wichtiges Thema in den Märkten Telekommunikation und Medien. Wie denken Sie wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden zehn Jahren verändern?
J.Pfitzner: Die Tendenz in Richtung Internet ist nichts Neues - zu beobachten vor allem bei der jüngeren Generation. Internet-TV halte ich jedoch nicht für ein echtes Zukunftsprodukt. Viel wichtiger sind zielgruppenorientierte Produkte und Anwendungen wie beispielsweise Wissensdatenbanken, E-Learning und dergleichen. Anbieter wie Skype mit ihrer kostenfreien Videotelefonie oder jetzt wieder Google mit seiner neuen Artikel-Suche bis ins 18. Jahrhundert machen uns jeden Tag vor, welche fantastischen Möglichkeiten es da gibt.
Frage: Wie ist Ihre aktuelle Prognose zum Thema Breitband und Triple Play?
J.Pfitzner: Aus eigener Erfahrung als Telefongesellschaft "Vor Ort" in Süd/Ost Bayern wissen wir: Durch Breitband wird der ländliche Raum zu einem echten Standortvorteil für Unternehmen und Kommunen. Ganz entscheidend für den Erfolg von Breitband sind aber sinnvolle und zielgerichtete Produkte. Dafür sind die DSL-Kunden dann auch bereit, zu bezahlen. Die derzeitige "Null Kosten"-Marketingstrategie der DSL-Anbieter kann und wird auf Dauer nicht funktionieren.
