Deutscher Breitbandkongress Berlin

Jürgen Sewczyk

Jürgen Sewczyk

Dipl. Ing. Jürgen Sewczyk studierte von 1980 bis 1984 Nachrichtentechnik und wechselte nach seinem Abschluss in den Bereich Elektronischen Medien bei Bertelsmann. Zwischen 1988 und 2000 leitete er den Aufbau und den Bereich Übertragungstechnik bei RTL. Später übernahm er die Position des technischen Direktors bei RTL new media. 2005 gründete er die Firma Consult Ingenieurbüro und Medienberatung. Des Weiteren ist Jürgen Sewczyk Member of Steeringboard DVB und Mitglied im Vorstand des VPRT.

Neue Inhalte in neuen Netzen
21. September 2006, 10:30 Uhr

Podiumsdiskussion
22. September 2006, 15:15 Uhr

Triple Play-Preis von 100,- Euro monatlich nicht durchsetzbar

- Interview mit Medienberater Jürgen Sewczyk im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)

Frage: Herr Sewczyk, warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?

J.Sewczyk: Wir haben in Deutschland inzwischen mehr als 14 Mio. DSL-Breitbandanschlüsse. Damit können alle Kommunikationsdienste und Unterhaltungsangebote genutzt werden. In den nächsten Jahren sollen mehrere Milliarden Euro in den Ausbau dieser Infrastruktur investiert werden. Deutschland belegt aber international gesehen dennoch keine Spitzenposition im Breitbandmarkt. Damit neue Geschäftsmodelle erfolgreich umgesetzt werden können, Investitionen abgesichert sind und Deutschland international künftig einen Spitzenplatz im Breitbandgeschäft belegt, müssen alle Teilnehmer im Markt optimal zusammen arbeiten.

Frage: Triple Play gilt derzeit als wichtiges Thema in den Märkten Telekommunikation und Medien. Wie denken Sie wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden zehn Jahren verändern?

J.Sewczyk: Prognosen über einen so langen Zeitraum sind in diesem schnelllebigen Markt reine Kaffeesatz-Lesereien. Auch Kosten von mehr als 100,- Euro monatlich für Telefon, Internet und Fernsehen - wie sie in vielen deutschen Haushalten Realität sind - werden meiner Ansicht nach auf Dauer vom Markt nicht akzeptiert. Abzusehen ist allerdings schon jetzt: durch die wachsende Konkurrenz wird die Leistung verbessert und die Preise werden weiter sinken.

Frage: Wie ist Ihre aktuelle Prognose zum Thema Breitband und Triple Play?

J.Sewczyk: Das traditionelle Fernsehen und die Art des Fernsehkonsums sehen sich wachsender Konkurrenz ausgesetzt. Die Inhalte werden zunehmend personalisiert und "On-Demand" - also auf Abruf erst zum gewünschten Zeitpunkt - konsumiert. Die spannende Frage ist nun, ob es den öffentlich-rechtlichen und auch den privaten Programmveranstaltern gelingen wird, auf der neuen Welle mit zu schwimmen? Erste Versuche dazu gibt es zumindest schon.

Während die Interaktivität - also die Kommunikation in beide Richtungen - im Kinderzimmer und am Arbeitsplatz schon nahezu selbstverständlich ist, hat sie im Wohnzimmer bislang noch keinen Einzug gehalten.

Für alte oder neue Inhalte werden künftig immer mehr Verbreitungswege zur Verfügung stehen. Über das Konsumverhalten wird dabei am Ende ganz wesentlich der Preis für die Inhalte, deren Attraktivität und die Einfachheit des Zugangs entscheiden.

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