Deutscher Breitbandkongress Berlin

Alf-Henryk Wulf

Alf-Henryk Wulf

Der Diplom-Ingenieur begann seine berufliche Laufbahn 1991 bei Alcatel SEL in Stuttgart im Unternehmensbereich Vermittlungssysteme. Nach Stationen als Global Account Manager für den Großkunden Deutsche Telekom und als Executive Vice President Sales & Marketing (Region Europe & South) in der Konzernzentrale in Paris ist Wulf seit 2003 Mitglied der Geschäftsführung der Alcatel Deutschland GmbH sowie des Vorstands der Alcatel SEL AG.

Zusätzlich ist er als EVP Sales & Marketing verantwortlich für Zentral- und Osteuropa, Russland und Zentralasien. Am 1. April 2006 wurde Wulf zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstands der Alcatel SEL AG und der Geschäftsführung der Alcatel Deutschland GmbH ernannt.

User-Centric Broadband - Komplexität reduzieren durch IP-Transformation
22. September 2006, 10:00 Uhr

Podiumsdiskussion
22. September 2006, 15:15 Uhr

Die Vielfalt der Technologien im Zugangsnetz wird noch größer werden

- Interview mit Alf Henryk Wulf, Stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Alcatel SEL AG, im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)

Frage: Herr Wulf, warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?

A.H.Wulf: Breitband revolutioniert sowohl die Wirtschaft, als auch unsere Gesellschaft. Es ermöglicht neue Geschäftsmodelle, wie z.B. Triple Play, und trägt dazu bei, dass Unternehmen effizienter arbeiten können – das ist im globalen Wettbewerb ein wichtiger Faktor. Gleichzeitig bringt Breitband für die Menschen ein reichhaltigeres Diensteangebot und kann zu einer generellen Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Es wäre falsch, sich gegenseitig zu belauern und so den richtigen Zeitpunkt zu verpassen. Der intensive Dialog zwischen den Marktteilnehmern ist wichtig, um kreative Lösungen zu erdenken und umzusetzen.

Frage: Triple Play gilt derzeit als wichtiges Thema in den Märkten Telekommunikation und Medien. Wie denken Sie wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden zehn Jahren verändern?

A.H.Wulf: Triple Play im klassischen Sinne, d.h. Telefonie, schnelles Internet und Fernsehen über das gleiche Medium - z.B. die Telefonleitung, ist erst der Anfang. Die Konzentration auf die Bedürfnisse des Endnutzers, davon bin ich überzeugt, wird jedoch der Schlüssel für Verbreitung und Akzeptanz von "Breitband" sein - und letztendlich auch die Basis für zukünftige Wertschöpfung. Telefonieren und fernsehen kann schon heute jeder. Was den Nutzer aber wirklich bewegt, sind die drei großen "C’s" Content, Communication und Community, d.h. die Möglichkeit, Inhalte aus seinem persönlichen Umfeld mit Freunden und Bekannten zu teilen oder Ereignisse gemeinsam zu erleben. Daher denke ich, dass die Verschmelzung der Medien weiter voranschreiten wird und insbesondere Interaktivität Eingang in klassische Formate, wie z.B. das Fernsehen finden wird. Heute sehen wir erste Ansätze von dem, was in zehn Jahren der Standard sein wird. Ebenso wird sich meines Erachtens innerhalb dieses Zeitraums das hochauflösende Fernsehen (HDTV) zum Standard entwickeln – natürlich getrieben durch eine hohe Verfügbarkeit breitbandiger Zugänge und entsprechender Inhalte.

Frage: Wie ist Ihre aktuelle Prognose zum Thema Breitband und Triple Play?

A.H.Wulf: Konvergente Dienste können einen echten Mehrwert für die Endnutzer bieten - sowohl im geschäftlichen, als auch im privaten Bereich. Es geht dabei um Personalisierung und einfache Nutzung in jeder Lebenslage - wir nennen das "User-Centric Broadband". Die Konzentration auf den Endnutzer erfordert grundlegende Veränderungen in heutigen Telekommunikationsnetzen, eine Transformation hin zu Breitband und IP. Damit verbunden ist eine Vielfalt neuer Technologien, insbesondere im Zugangsnetz, die in Zukunft sogar noch größer werden wird. Wir Hersteller treiben die technologische Entwicklung voran - gleichzeitig sehen wir es aber auch als unsere Aufgabe an, die Technik für den Menschen, ob Fernsehzuschauer oder Servicetechniker, so zu konzipieren, dass sie einfach und sicher genutzt werden kann.

Wir bedanken uns bei T-Com Steinbeis-Transferzentrum ScMI vdi Nachrichten Alcatel CSMG ITG