Deutscher Breitbandkongress Berlin

Hans-B. Ziermann

Hans-B. Ziermann

Er leitet den Vertrieb in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Rumänien, den Balkanstaaten und den Baltischen Ländern. Zugleich gehört er dem europäischen Führungsteam von Lucent an. Hans-Burghardt Ziermann bekleidet seit vielen Jahren leitende Funktionen in der Telekommunikationsbranche. U.a. war er als Geschäftsführer von Viag Interkom, CEO von Cellway Kommunikationsdienste und Geschäftsführer von Motorola tätig. Der 52jährige erwarb einen Abschluss als Diplominformatiker an der TU München und einen MBA an der Stanford University.

Mit zielgerichtetem Netzausbau zu neuen Mehrwertdiensten
21. September 2006, 17:00 Uhr

- Interview mit Hans-Burghardt Ziermann, GF, Vice President Central European Region Lucent Technologies, im Vorfeld des 1. Deutschen Breitbandkongresses (21./22. September in Berlin)

Frage: Warum halten Sie es für so wichtig, dass zum Thema Breitband ein intensiver Dialog zwischen den Marktteilnehmern in Gang kommt?

Ziermann: Immer mehr Menschen verfügen über einen schnellen Internetzugang. Viele bekunden zudem Interesse, neue Multimediadienste auszuprobieren, die Telefonieren, Internetnutzung und Fernsehen zu einem ganz neuen Medienerlebnis verschmelzen. Um Privat- und Firmenkunden solche Dienste bieten zu können, müssen Netzbetreiber, Softwareanbieter, Content-Provider und Ausrüster noch enger als bisher zusammenarbeiten. Der 1. Deutsche Breitbandkongress bietet eine gute Plattform, um neue Ideen und Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Frage: Triple Play gilt derzeit als heißes Thema in der Telekommunikationsbranche, und wird auch in der breiten Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Wie denken Sie, wird sich der deutsche TK-Markt in den kommenden 10 Jahren verändern und welche Rolle spielen Triple Play Dienste dabei?

Ziermann: Ich bin überzeugt davon, dass Triple Play Dienste 10 Jahren so selbstverständlich für uns sind wie heute das Telefonieren per Handy. Sie werden sich v.a. dann durchsetzen, wenn sie auf unsere Lebenssituation und unsere individuellen persönlichen Interessen zugeschnitten sind. Als passionierter Skifahrer könnte ich dann jederzeit von beliebigen Geräten aus - dem Fernseher, einem PC, PDA oder vom Mobiltelefon aus - den Alpenwetterbericht aufrufen, mit Freunden Fotos, Videos und Webseiten eines Skiortes austauschen und per Tastendruck das nächste Skiwochenende verabreden.

Die Telekommunikation wird dazu beitragen, unser gesellschaftliches und privates Leben weiter zu verändern - sie wird es angenehmer, unterhaltsamer, und im Beruflichen auch effizienter machen. E-Government, E-Health, E-Learning stehen für diese Veränderungen. Technische Geräte werden viel mehr als heute direkt miteinander kommunizieren (Machine-to-Machine Communication). So könnten unsere Autos z.B. technische Daten direkt an die Werkstatt übermitteln.

In 10 Jahren wird sich niemand mehr vergegenwärtigen müssen, welches Netz er zum Telefonieren, Mailen, Fernsehen zur Verfügung hat. Damit geht einher, dass heutige Geschäftsmodelle in der Telekommunikation, die noch auf eine bestimmte Zugangsart - Festnetz oder Mobilfunknetz - ausgerichtet sind, abgelöst werden durch Geschäftsmodelle für konvergente, netzübergreifende Dienste.

Frage: Welches sind die 2-3 wichtigsten Thesen/Aussagen Ihres Vortrages auf dem 1. Deutschen Breitbandkongress in Berlin?

Ziermann: Der deutsche Breitbandmarkt wächst weiterhin dynamisch. Kunden zeigen Interesse an neuen, integrierten Multimediadiensten. Es gilt, dieses Interesse zu bedienen, und so die bisherigen Telekommunikationsumsätze mindestens abzusichern, wenn nicht auszuweiten. Unter den Netzbetreibern werden diejenigen profitieren, die attraktive, integrierte Diensteangebote machen können, indem sie in eine flexible und intelligente Diensteplattform und in Multimedia-Anwendungen investieren.

Wir bedanken uns bei T-Com Steinbeis-Transferzentrum ScMI vdi Nachrichten Alcatel CSMG ITG